Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung

Ein Unternehmer kann sich und seine gesetzlichen Vertreter (Geschäftsführer), mittels einer Produkt- und Betriebshaftpflichtversicherung vor diversen finanziellen Folgen seiner beruflichen Haftung, schützen. Diese Haftpflichtversicherung prüft gegnerische Forderungen auf deren Richtigkeit, sollten diese berechtigt sein, so werden diese auch innerhalb der vereinbarten Deckungssumme reguliert.

Schadenbeispiele aus der Praxis

Kunstfehler

Ein Schönheitschirurg hat einen Kunstfehler begangen. Der Geschädigte erhob Anklage gegen die Klinik als Arbeitgeber des Chirurgen. Als Entschädigung erhielt der Geschädigte nach mehreren Instanzen eine fünfstellige Summe.

Falsche Leitung

Ein Elektriker verlegte für einen Kunden einige Leitungen. Das Haus geriet nach einem Kurzschluss einige Tage später in Brand. Das Haus brannte vollständig ab. Nach den Ermittlungen der Brandinspektoren von der Kriminalpolizei stellte man fest, dass die neu verlegten Leitungen die Schadenursache waren.

Der Elektriker musste für diesen Schaden haften, die Versicherung übernahm diesen Schaden vollständig.

Überwachungs- und Ausführungsfehler

Ein Mehrfamilienhaus wurde vom zukünftigen Vermieter einem Architekten in Auftrag gestellt.
Dieser setzte durch mangelnde Erfahrung und ein Missverständnis die feuerpolizeilichen Vorschriften nicht richtig um.

Dies stellte man jedoch erst nach Fertigstellung fest. Als Folge dessen musste das Gebäude großflächig umgebaut werden und es kam zu erheblichen Mehrkosten, diversen zeitlichen Verzögerungen, und somit auch zu massiven Mietausfällen des Hausbesitzers.

Für wen ist die Versicherung?

Die Versicherung ist geeignet für alle Gewerbetreibende, Freiberufler und Betriebsinhaber.

Was ist versichert?

Je nach Vertragsumfang, ist die gesetzliche Haftpflicht, die aus den Tätigkeiten des Betriebes entsteht. Ebenso können auch Mängel oder Falschlieferungen von Produkten zu der Haftpflicht führen. Steht diese Verpflichtung fest und es wird Schadenersatz verlangt, so leistet die Betriebshaftpflichtversicherung bis zur vertraglich festgehaltenen Deckungshöhe.

Hierbei wird oft nach den Risiken unterschieden; so haben Personenschäden in der Regel 2.000.000,-€ Deckungssumme, Sachschäden 1.000.000,-€ und Vermögensschäden oftmals 100.000,-€.

Diese Summen kann man bei Bedarf individuell variieren.

Welche Gefahren und Schäden sind versicherbar?

Insbesondere bei den Produkthaftpflichtschäden und Produktvermögensschäden sollten folgende Leistungsmerkmale enthalten sein:

  • Das Produkt hat nicht die versprochenen Eigenschaften
  • Mängel, die erst entdeckt werden, nachdem das Produkt verbaut, vermischt oder verarbeitet worden ist.
  • Und die Kosten die daraus entstehen.
  • Fehler von fehlerhaft gelieferten oder montierten Maschinen und Anlagen.

Für einige besondere Berufe benötigt man lediglich eine reine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Dadurch kann man sich die Kosten für eine Absicherung von Sach- und Personenschäden sparen.

Welche Gefahren sind in der Regel nicht abgedeckt?

Wichtiger als die Abdeckung, sind die Ausschlüsse, die in dem Vertrag enthalten sind.
Häufig werden folgende Gefahren und Schäden nicht abgedeckt;

  • Selbsterleidete Schäden
  • Vorsatz
  • Schäden an Kommissionsware oder nicht klar dem versicherten Risiko zuzuordnende Schäden
Wo gilt die Versicherung?

Grundsätzlich sind Betriebsstätten innerhalb Deutschlands abgesichert. 

Sollten Produkte durch indirekten Transport in das europäische Ausland gelangen, so sind diese ebenso mitversichert.

Wichtig!

Verschiedene Tätigkeiten und Betriebe verlangen unterschiedlichen Versicherungsschutz.

Fehlende Deckungserweiterungen die teilweise notwendig sind, jedoch nicht im Standardschutz enthalten sind, bergen Lücken im Versicherungsschutz.
Eine individuelle Beratung ist hier unabdingbar.